Die Taufe, eine Zeugung Apg 8, 26–40

Geburt zu einem Leben aus Gott und dem Glauben

Foto: DR

Manche halten diesen Ausdruck für grob und erstaunlich. Jedenfalls, wenn wir von einer «Pastoral der Zeugung» sprechen. Das kommt zuerst einmal daher, dass die Taufe eine wirkliche «Geburt» zum Leben aus Gott und dem Glauben ist. Als Jesus dem Nikodemus aufzeigte, wie man ins Reich Gottes gelange, schlug er ihm vor, «aus Wasser und dem Heiligen Geist geboren» (Joh 3, 5) zu werden. Es gibt kein besonderes Alter, um die Taufe zu empfangen und aus dem Geist wiedergeboren zu werden.
Als der Diakon Philippus den äthiopischen Eunuchen auf dem Weg von Jeru-salem nach Gaza traf, wohin der Engel des Herrn ihn hingesandt hatte, erleben wir eine menschliche und geistliche Geburt, die die Taufe am Schluss ermöglicht (Apg 8, 26–40). Die Taufseelsorge findet hier ihr Vorbild.

– Der Gesandte des Geistes trifft den Hof–beamten der Königin Kandake, der sich gerade mit grundlegenden Fragen beschäftigt: Er liest aus dem Buch des Propheten Jesaja, ohne diesen jedoch zu verstehen. 

– Philippus fängt mit ihm ein Gespräch an und lässt sich in die Kutsche des Frem-den einladen.

– Der Kämmerer merkt, dass ihm jemand zuhört und ihn ernst nimmt. Daher fängt nun auch er an dem Mann Gottes Fragen zu stellen.

– So ist der Boden vorbereitet, damit Philippus dem Eunuchen die Gute Nachricht von Jesus verkünden kann.

– Der hohe Funktionär ist bis ins Inners-te von dieser privaten Unterweisung getroffen, sodass er von sich aus die Taufe erbittet.

– Einmal wiedergeboren, fährt er freudig auf seinem Weg weiter, aber er ist nun Träger eines Schatzes, den er mit dem königlichen Hof teilen kann.

– Der Gesandte des Herrn aber wird vom Heiligen Geist entführt, nachdem er die Taufe gespendet hatte, und setzt seine Verkündigung des Evangeliums fort.

Dies ist eine grossartige Form der Seel-sor-ge, ein schönes menschliches und geistliches Werk. Die Taufe besiegelt die Zeugung zum neuen Leben, Frucht einer einzigen entscheidenden Begegnung oder auch eines langen Weges. Sie fordert eine enge Verbindung mit Christus. Sie eröffnet ein neues Dasein in der Kraft des Geistes.

François-Xavier Amherdt

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